Wie endet ein gutes Buch?

Hallo und herzlich willkommen, mal wieder hier auf meinem Blog.

Das letzte woran man sich erinnert, wenn man gerade ein Buch gelesen hat ist logischerweise das Ende. Somit ist das Ende, obwohl es meistens recht kurz ist trotzdem unheimlich wichtig und entscheidet oftmals, ob ein Buch in guter oder in schlechter Erinnerung bleibt.
So wir einigen uns also darauf, dass das Ende ein entscheidender Faktor für ein wirklich gutes Buch ist, denn eine sechsteilige Sage kann z.B. noch so gut sein, wenn der Autor im letzten Band das Ende nicht hinbekommt bleibt trotzdem ein Gefühl der Enttäuschung zurück.
Ich schreibe diesen Beitrag hier, weil großartige Autorinnen und Autoren oftmals am Ende ihrer Geschichte noch scheitern und mich mit einem schlecht geschriebenen Schluss zurücklassen.
Daher möchte ich darauf eingehen was für mich ein gutes Ende ist und welche Autoren es gut hinbekommen haben oder eben auch nicht.
Anfangen möchte ich mit den negativen Beispielen und zwar mit Eragon. Gerade einmal 15 Jahre alt war Christopher Paolini als er begann diese wirklich großartigen Bücher zu schreiben. Und um so trauriger ist sein versagen beim Ende des vierten und letzten Bandes. Natürlich muss ich darauf hinweisen, dass Geschmäcker verschieden sind und evtl. der ein oder andere zufrieden mit dem Schluss war, allerdings habe ich bis jetzt niemanden gefunden der sich nicht, wie ich tierisch darüber aufgeregt hat. Jeder der Eragon gelesen hat kennt Angelas Prophezeiung:
„Dein Schicksal wird sein, dieses Land für immer zu verlassen. Wohin es dich verschlägt, weiß ich nicht, aber du wirst nie wieder nach Alagaësia zurückkehren.“
 Grundsätzlich hätte ich natürlich gut damit leben können das Eragon erstmal Alagaësia verlässt, wäre da nicht diese absolut dämliche Prophezeiung, die besagt er würde nie wieder zurückkehren. Man könnte natürlich sagen das ja nicht der Gesamte teil der Prophezeiung war werden muss, allerdings hat Angela die blöde Angewohnheit mit ihren Vorraussagen recht zu behalten. Ich muss gestehen ich bin generell kein großer Freund von sehr Präzisen und fast immer eintreffenden Prophezeiungen in der Fantasy, sie machen Geschichten oft vorhersehbar und vermitteln das Gefühl, dass die Protagonisten eigentlich überhaupt nichts bewirken können und ihrem Schicksal ausgeliefert sind. Nun ja jedenfalls macht die Prophezeiung den Abschied Eragons ziemlich endgültig, ganz besonders bei Arya.  So wird ein Happy End gänzlich unterbunden und dank der Prophezeiung wird auch nicht genug offengelassen, um der Fantasie des Lesers entscheiden zu lassen ob es noch ein gänzlich glückliches Ende geben wird.
Damit können wir auch gleich zu meinem Vorschlag kommen, wie man das ganze hätte besser lösen können. Es ist einfach simpel wie genial und auch nichts neues, ganz genau einfach einen Teil des Schlusses streichen und so viel offen lassen das der Leser endscheidet ob die Prophezeiung eintrifft oder nicht.
Bei meinem zweiten Negativbeispiel fasse ich mich etwas kürzer. Versprochen.
Harry Potter, wer kennt diese großartigen Bücher nicht? Und wer kennt das glorreiche Ende nicht. Ihr wisst was ich meine, oder?
Genau „19 Jahre später“. Grauenhaft einfach nur scheußlich! Tut mir leid ich konnte einfach nicht anders. Aber jetzt mal im Ernst was zum Teufel hat J.K. Rowling sich dabei nur gedacht.
Das erste was ich gedacht habe, als ich „die Heiligtümer des Todes“  gelesen habe war:
Die hatte einfach keine Lust mehr einen guten Schluss zu schreiben und wenn sie wirklich keine Lust hatte warum hat sie es dann nicht einfach gelassen.
Es hätte mir wirklich einige aufgebrachte Diskussionen mit Freunden erspart.
Und dabei belasse ich es jetzt, auch wenn ich mich noch endlos darüber aufregen könnte.
Bei der ganzen Aufregung soll aber natürlich die Leistung der Autoren vergessen werden, die den Leser glücklich oder evtl. auch traurig mit einem großartigen Abschluss ihrer Bücher zurücklassen.
Wie oben schon sagte bedeutet für mich ein gutes Ende nicht, dass die weitere Geschichte aller Charaktere bis ins kleinste Detail beschrieben wird sondern oftmals ist auch schön, wenn viel offengelassen wird und die Leser sich die Schicksale ihrer Lieblingsfiguren in ihrer Fantasie erträumen können. Bei dieser variante wird auch eine weitere Fortsetzung nicht völlig ausgeschlossen und hinterlässt nicht dieses leere endgültige Gefühl, dass es wirklich für immer zu Ende ist mit dieser Geschichte. Markus Heitz macht das zum Beispiel meiner Meinung nach grandios. Er schafft es wirklich immer wieder ein befriedigendes Ende zu finden und verbaut sich trotzdem nie die Möglichkeit einer Fortsetzung. Seine Bücher „Die Zwerge“ oder auch „Wedora“ sind hier gute Beispiele.
Wer die vorherigen Artikel gelesen hat oder meinen Podcast verfolgt hört den Namen Erik Kellen auch nicht zum ersten Mal und kann auch was mit „Nimmerherz“ anfangen, das vor nicht all zu langer Zeit mit dem fünften Band sein Ende gefunden hat. Erik Kellen beschreibt im Epilog durchaus die weitere Geschichte der Protagonisten, ohne dabei zu weit in die Zukunft zu gehen. Er schafft es selbst im Epilog noch Spannung aufzubauen und zu Überraschen. Und trotzdem verbaut er sich mit dem detailreichen Schluss nicht gänzlich eine Fortsetzung, auch wenn keine geplant ist.

Damit soll es das jetzt auch gewesen sein, auch wenn ich noch endlos lange über dieses Thema philosophieren könnte.

LG Finn

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